Was können Freunde und Verwandte tun?

Was kann das soziale Umfeld tun?

Als Angehörige, NachbarIn, FreundIn.....

erfahren Sie oft als Erste von der Zwangslage, in der sich die betroffene Frau befindet.
Für die Frau, die Gewalt erfährt, ist es von großer Bedeutung, dass Sie nicht wegsehen. Andeutungen und Auffälligkeiten können ein Hilferuf sein. Gehen Sie nicht darüber hinweg!

Es gibt kein Patentrezept, ob und wie eine betroffene Frau anzusprechen ist.

Im Gespräch ist es in jedem Fall wichtig, eine klare Haltung gegenüber häuslicher Gewalt zum Ausdruck zu bringen. Die Verantwortung liegt beim Täter. Niemand hat das Recht, einen anderen zu misshandeln. Eine klare Stellungnahme kann helfen, die betroffene Frau von Schuldgefühlen zu entlasten.

Manchmal ist es schon eine Hilfe, wenn die Frauen mit jemandem überhaupt über die Gewalt reden können. Hilfreich kann es auch sein, den Kontakt zu einer Frauenberatungsstelle zu vermitteln bzw. ihr anzubieten sie zu begleiten.

Wir würden allerdings dringend davon abraten, den gewalttätigen Partner zu kontaktieren. Wenn der Täter merkt, dass seine Partnerin über die Gewalt gesprochen hat, kann sich die häusliche Gewalt zuspitzen. Ergebnis kann sein, dass sich die Frau in Zukunft niemandem mehr anvertrauen kann.

In einer akuten Notsituation verständigen Sie bitte die Polizei!

Es ist besser, einmal zu viel die Polizei zu rufen, als überhaupt nicht. Wir erleben häufig, dass die betroffenen Frauen sogar erleichtert sind, wenn Nachbarn die Polizei gerufen haben.

Die komplexe Zwangssituation der Betroffenen macht die Hilfe oft nicht einfach. Achten Sie bitte in jedem Fall den Wunsch der Frau, auch wenn er für Sie als Außenstehende nicht nachzuvollziehen ist.

Es ist sicherlich für nahestehende Angehörige schwer zu ertragen, wenn eine Frau nicht direkt die Gewaltsituation verlässt. Aber nur sie kann die Entscheidung treffen, weil sie mit den Konsequenzen leben muss.
Jede Frau muss ihren eigenen Weg im Umgang mit der Gewalterfahrung finden.

Tatsache ist, dass die Bedrohung für Frauen in Gewaltbeziehungen in der Trennungsphase stark zunimmt.

Selbst gutgemeinte Handlungsanweisungen können den Druck auf die Frau verstärken; erleichternd sind dagegen Angebote:

"Du kannst jederzeit zu mir kommen",
"Du kannst mich jederzeit anrufen",
und der Hinweis auf professionelle Unterstützung.

Es gibt nicht das Patentrezept für die Lösung.

Vielfältige Maßnahmen und Unterstützungen können helfen, eine Veränderung zu erreichen.

Sie können sich als Angehörige, Verwandte, Freunde etc. gerne an uns wenden.